Startseite LänderDeutschland Cargotram und ONO ermöglichen nachhaltigen Warentransport

Cargotram und ONO ermöglichen nachhaltigen Warentransport

von Redaktion Loginfo24
Wie kann ein klimafreundlicher Warentransport in Großstädten aussehen? Die ONOMOTION GmbH hat dazu eine einzigartige Lösung entwickelt, die der Cargobikehersteller beim ITS World Congress in Hamburg erstmals einem internationalen Publikum vorstellte. Statt wie bislang Güter mit einem konventionellen Transporter von einem Depot außerhalb der Stadt zu den Endverbrauchern zu liefern, werden die Güter über die gesamte Lieferkette in standardisierten Containern mit einer Cargotram und mit dem eLastenrad ONO transportiert.

(Berlin/Hamburg) Das Zusammenspiel mehrerer Verkehrsträger auf der „letzten Meile“ wie Straßenbahn und eCargobike hat großes Potenzial, um zum neuen Standard urbaner Logistik zu werden. So könnten Briefe und Pakete, aber auch andere Waren wie beispielsweise Ersatzteile für Betriebswerkstätten transportiert werden. Die Zusammenführung von Tram und Cargobike auf internationaler Ebene ist die konsequente Umsetzung des Whitepapers „Intermodale Logistikkette im urbanen Raum“. Die Autoren zeigten am Beispiel von Frankfurt am Main, dass mithilfe eines kombinierten Verkehrs bis zu 80 Prozent der innerstädtischen Lieferungen realisiert und die CO2-Emissionen um knapp 64 Prozent reduziert werden könnten.

Allein in Deutschland wurden 2020 nach Angaben des Bundesverbands Paket & Express Logistik 4,05 Milliarden Pakete zugestellt. Dies entsprach einem Anstieg von 10,9 Prozent – Tendenz weiter steigend. Neben einer hohen CO2-Belastung nehmen das Verkehrsaufkommen und die in der zweiten Reihe parkenden Lkw zu. Städte wie Paris, Barcelona oder London haben bereits auf den steigenden Lieferverkehr reagiert und bestimmte Straßen in den Innenstädten für konventionelle Transporter gesperrt.

Integration der bestehenden Infrastruktur in den neuen Ansatz

Um diesen Trend zu stoppen, integriert ONOMOTION in ihre Lösung die bestehende Infrastruktur wie Straßenbahnschienen, Tramzüge und die emissionsfreien E-Lastenräder in einen Ansatz kombinierter Logistik. Transportiert werden die Güter von einem Depot außerhalb der Stadt in standardisierten, kompakten und rollbaren City-Containern. Diese können mit wenigen Handgriffen über eine Rampe in die Straßenbahn gerollt und dort befestigt werden. Die Container mit einem Fassungsvermögen von 2,1 Kubikmetern und einer Länge von 1,70 Metern passen ohne Probleme in den Mehrzweckbereich einer Straßenbahn. „Klar ist, dass die Straße das Problem nicht allein lösen kann. Wir bieten mit der ONO eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative“, sagt Benjamin Federmann, Chief Innovation Officer bei ONOMOTION.

Zwei Nutzungsarten einer Gütertram sind möglich

Theoretisch sind für öffentliche Verkehrsbetriebe zwei Nutzungsarten einer Gütertram denkbar: Zum einen die Mischnutzung von Gütern und Passagieren. Dabei können die Unternehmen den Containertransport in den regulären Betrieb integrieren und würden so in Randverkehrszeiten am Abend und am frühen Morgen Leerfahrten vermeiden. Zum anderen eine ausschließliche Nutzung der Straßenbahn als Gütertram. Diese nimmt die bereits kommissionierten Container von einem Depot am Stadtrand auf und transportiert sie zu geeigneten Haltestellen entlang der innerstädtischen Strecken. Von dort übernimmt dann die ONO die andockbaren Container zur Feinverteilung an die Haushalte.

Praxistests zeigen das große Potenzial der intermodalen Logistikkette

Dass dieser neue Ansatz der intermodalen Logistikkette mit den standardisierten Containern Potenzial hat, hat ONOMOTION in diesem Jahr bereits in einem Testlauf mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und bei einer Demofahrt von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) gezeigt. Weitere Projekte folgen. Der ITS World Congress bot dem Berliner Unternehmen erstmals die Möglichkeit, das Konzept weltweit im Rahmen des Technical Programms zu präsentieren. Daneben war ONOMOTION auch Aussteller in der Startup Area des ITS – inklusive eines Pitches. Die Organisatoren hatten nur 41 Startups angenommen. Davon war ONOMOTION eines der wenigen, die auch Exponate mitbringen durften. Hermes nutzte zudem eine ONO auf dem Stand es Reallabors Hamburg, das die Mobilitätslösungen der Zukunft erprobt.

Foto: © ONOMOTION

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