
duisport erzielt 2025 ein positives Gesamtergebnis
21.04.2026 um 16:15 Uhr
Neubauvolumen im Logistikmarkt 2025
21.04.2026 um 17:51 UhrDer europäische Paketlogistikmarkt befindet sich in einer Phase der Konsolidierung, die durch veränderte Wettbewerbsbedingungen und steigende Anforderungen an Infrastruktur und Effizienz geprägt ist. Laut Rico Back, Managing Partner der SKR Beteiligungs AG, ist das Wachstum allein nicht mehr ausreichend, um die Geschäftsmodelle zu tragen. „Der Wettbewerb entscheidet sich künftig über Skalierung, Netzwerkeffekte und Infrastruktur“, erklärt Back.
In den letzten Jahren erlebten viele Paketmärkte während der Pandemie außergewöhnliche Wachstumsraten. Diese Dynamik hat sich jedoch nach 2022 normalisiert. In Deutschland wird für 2025 ein moderates Wachstum des Paketmarktes von etwa zwei Prozent prognostiziert, wie der Branchenverband BPEX mitteilt. Das zuvor starke Volumenwachstum hatte die steigenden Kosten lange überdeckt, doch mit der Normalisierung der Märkte verändern sich die Wettbewerbsbedingungen grundlegend. Effizienz, Netzdichte und Reichweite gewinnen zunehmend an Bedeutung.
„Viele Anbieter merken jetzt, dass ihr Geschäftsmodell unter den neuen Marktbedingungen nicht mehr trägt“, so Back. Die Herausforderungen, die mit steigenden Kosten und höheren Anforderungen einhergehen, können nicht mehr durch das vorherige Wachstum kompensiert werden.
Konsolidierung als Reaktion auf neue Marktbedingungen
Seit 2025 zeigt sich ein klar erkennbares Muster in der europäischen Paketlogistik, das durch verschiedene Formen von Zusammenschlüssen geprägt ist. Beispiele hierfür sind die Fusion von Evri mit DHL eCommerce UK im Oktober 2025, der Einstieg von FedEx und Advent bei InPost im Februar 2026 sowie ein Joint Venture zwischen DHL eCommerce und CTT auf der Iberischen Halbinsel, dessen Abschluss für Mai 2026 erwartet wird. „Das sind keine Einzelfälle“, betont Back. „Viele Unternehmen konsolidieren derzeit, weil der Druck spürbar steigt.“
Die Konsolidierung wird durch mehrere Faktoren vorangetrieben. Der Aufbau von Infrastruktur wie Paketstationen und automatisierten Netzwerken ist so kapitalintensiv, dass viele Anbieter ihn allein kaum noch stemmen können. Zudem erhöhen regulatorische Anforderungen, die Digitalisierung und die Umstellung von Flotten die Fixkosten, wodurch Skaleneffekte zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.
Zusätzlichen Druck erzeugen große Plattformen wie Amazon, die ihre Zustellstrukturen weiter ausbauen und zunehmend Volumen selbst abwickeln. Gleichzeitig wächst das Sendungsvolumen durch neue E-Commerce-Plattformen wie Temu oder Shein, jedoch häufig zu geringeren Margen und mit höheren operativen Anforderungen. „Ohne Größe lassen sich die steigenden Anforderungen an Infrastruktur, Technologie und Effizienz kaum noch wirtschaftlich abbilden“, sagt Back.
Herausforderungen für kleinere Anbieter
Besonders Anbieter ohne ausreichende Größe und Netzabdeckung geraten in eine schwierige Lage. Sie sind oft zu groß für spezialisierte Nischen, aber zu klein, um echte Skaleneffekte zu realisieren. „Für viele dieser Anbieter stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie wachsen wollen – sondern ob sie unter den aktuellen Bedingungen überhaupt noch wachsen können“, erklärt Back.
Die SKR Beteiligungs AG geht davon aus, dass die Konsolidierung erst am Anfang steht. Die kommenden Jahre dürften von weiteren Zusammenschlüssen, Übernahmen und strategischen Partnerschaften geprägt sein. „Unter Druck geraten vor allem Anbieter, die weder ausreichend skalieren noch sich klar im Markt positionieren können“, so Back. „Am Ende werden sich die durchsetzen, die entweder Größe haben oder ein klares Profil.“




