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08.07.2026 um 09:27 UhrAirbus und MTU Aero Engines wollen ihre Zusammenarbeit durch die Gründung eines Joint Ventures vertiefen, das sich der Entwicklung und Vermarktung eines vollständig elektrischen Wasserstoff-Brennstoffzellenantriebs widmen wird. Diese Initiative folgt auf ein im Juni 2025 während der Paris Air Show unterzeichnetes Memorandum of Understanding (MoU) zwischen den beiden Unternehmen.
Fokus auf Wasserstofftechnologie
Das neue Unternehmen soll eine agile Organisationsstruktur aufweisen, um die Technologieentwicklung, das Design, die Tests und die Zertifizierung eines neuartigen Antriebssystems für die Luftfahrt auf Basis von Wasserstoff-Brennstoffzellen zu beschleunigen. Airbus und MTU werden ihre Kompetenzen sowie verschiedene Ingenieur- und Fertigungsteams aus beiden Organisationen in das Joint Venture einbringen.
Die nicht verbindliche Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen und der Durchführung sozialer Prozesse auf europäischer und nationaler Ebene. Der Start des Gemeinschaftsunternehmens ist für 2027 geplant.
Bruno Fichefeux, Leiter der Zukunftsprogramme bei Airbus, erklärte:
„Unser geplantes Joint Venture ist der nächste logische Schritt in unserer gemeinsamen Vision eines wasserstoffbasierten Antriebskonzepts für die Luftfahrt. Durch die Bündelung unserer Technologien und Fachkenntnisse in einer spezialisierten Einheit schaffen wir eine europäische Kraft, die in der Lage ist, fortschrittliche Forschung in industrialisierte, zertifizierbare elektrische Antriebssysteme umzuwandeln.“
Dr. Stefan Weber, Senior Vice President Engineering und Technologie bei MTU Aero Engines, betonte:
„Unser ehrgeiziges Ziel ist es, den Weg für ein neu entwickeltes, sicheres, zuverlässiges und wirtschaftliches Antriebssystem zu ebnen, das zur klimaneutralen Luftfahrt beiträgt. Dieses Projekt ist ein entscheidender Schritt auf unserem Weg zum ersten wasserstoffbetriebenen Antrieb.“
Wasserstoff hat das Potenzial, die Klimawirkung der Luftfahrt langfristig erheblich zu reduzieren und den Luftverkehr ähnlich zu transformieren wie Elektrofahrzeuge die Automobilbranche.
Technologieführerschaft anstreben
Das Joint Venture wird von dem gemeinsamen Bestreben der Partner geleitet, einen Technologieführer in diesem Bereich zu schaffen und das erste wasserstoffbasierte Brennstoffzellenantriebssystem für Verkehrsflugzeuge bereitzustellen. Es wird das umfangreiche Wissen von Airbus im Bereich der Verkehrsflugzeuge mit der langjährigen Erfahrung von MTU in der Entwicklung von Brennstoffzellentechnologien und der anerkannten Expertise in der Triebwerksgestaltung, -integration, -validierung und -zertifizierung kombinieren.
Neben den Antriebstechnologien werden Airbus und MTU auch die Entstehung einer Wasserstoff-Luftfahrtwirtschaft sowie den damit verbundenen regulatorischen Rahmen weiter fördern, die ebenfalls entscheidende Voraussetzungen für den großflächigen Einsatz von wasserstoffbetriebenen Flügen darstellen.
Im März 2025 hatte Airbus bereits angekündigt, die Bemühungen auf ein vollständig elektrisches Antriebssystem mit Brennstoffzellen zu konzentrieren. Die Ergebnisse der Tests von Brennstoffzellenprototypen und Antriebssträngen sowie die Forschung zu ergänzenden Technologien wie Kryogenik unterstützen die Machbarkeit dieser Technologie. MTU Aero Engines hat in den vergangenen Monaten ebenfalls wichtige Fortschritte erzielt, darunter die Festlegung des Designs für die Flying Fuel Cell und den Beginn der Herstellung von Brennstoffzellenstapeln für den Demonstrator.



