
J.S. Logistics und MAN starten Elektromobilität in Europa
03.07.2026 um 13:50 UhrDie Luftfrachtbranche in Deutschland sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, die die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gefährden. Während eines Forums des aircargo club deutschland (acd) diskutierten führende Vertreter der Branche über die Probleme, die durch unzureichende Digitalisierung, einen Mangel an Fahrern und Hindernisse bei der Einführung von Elektro-Lkw entstehen.
Die Digitalisierung in der Luftfracht hinkt hinterher. Sarah Scheibe (l.), Geschäftsführerin von TCE (Total Cargo Expertise), betonte die Notwendigkeit schneller und flexibler Prozesse. „Wenn wir über Luftfracht sprechen, dann sind Schnelligkeit und Flexibilität zentrale Faktoren. Wichtig ist, dass alle Partner flexibel agieren und digitale Schnittstellen haben. Das ist noch stark ausbaufähig und könnte wertvolle Zeit einsparen“, erklärte sie. Diese Aussage verdeutlicht, dass die Branche in der digitalen Transformation noch nicht den gewünschten Stand erreicht hat.
Herausforderungen durch Fahrermangel und Kosten
Ein weiteres zentrales Thema war der akute Fahrermangel, der die Branche zusätzlich belastet. Christine Reischl (M.), Geschäftsführerin der Georg Reischl Spedition, wies darauf hin, dass die Anforderungen an Berufskraftfahrer gestiegen sind. „Heute wird eine Berufsqualifikation statt nur einen Führerschein benötigt, was die Kosten für angehende Berufskraftfahrer in die Höhe treibt“, erläuterte sie. Dies führt zu steigenden Kosten für die Personalakquise. Sarah Scheibe ergänzte, dass es wichtig sei, nicht nur die Kosten im Blick zu haben, sondern auch Lösungen zu finden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfrachtstandorts Deutschland zu sichern.
Die Diskussion über die Antriebswende hin zur E-Mobilität zeigte, dass viele Unternehmen bereit sind, sich stärker aufzustellen. Allerdings sind die Herausforderungen für die Umsetzung nach wie vor hoch. E-Lkw sind teuer, und die notwendige Ladeinfrastruktur fehlt vielerorts. Nina Strippel (r.), Geschäftsführerin von Wallenborn Germany, merkte an, dass für zeitkritische internationale RFS-Verkehre Lösungen benötigt werden, die heute betriebssicher funktionieren. „Nachhaltigkeit darf nicht nur am Fahrzeug gemessen werden, sondern auch an Auslastung, Leerfahrten, Wartezeiten, Kraftstoffoptionen und planbaren Netzwerken“, so Strippel.
Politische Unterstützung gefordert
In der anschliessenden Diskussion wurde die Politik aufgefordert, die Branche stärker in Entscheidungen einzubeziehen und sich für einheitliche Regelungen auf EU-Ebene einzusetzen. Prof. Dr. Christopher Stoller, Präsident des air cargo club Deutschland, betonte die Notwendigkeit, die RFS-Anbieter und die gesamte Luftfrachtkette nicht unnötig zu belasten. „Der Luftfrachtstandort Deutschland steht vor grossen Herausforderungen. Dafür brauchen wir starke RFS-Anbieter, Speditionen und weitere Beteiligte der Luftfrachtkette, die Lösungen aktiv vorantreiben und dabei auch die notwendige politische Unterstützung erfahren, um den Stau aufzulösen“, fügte er hinzu.
Die Diskussion verdeutlicht, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfrachtstandorts Deutschland zu stärken und die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen.




