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25.06.2026 um 13:59 UhrDie Kombiverkehr KG hat in einer aktuellen Mitteilung auf die Herausforderungen hingewiesen, die den Kombinierten Verkehr in Deutschland im Jahr 2025 geprägt haben. Trotz einer erfolgreichen Transformation des Unternehmens und bedeutender Investitionen in Digitalisierung und neue Verkehrsangebote, war das vergangene Geschäftsjahr von einer unzureichend koordinierten Verkehrspolitik und umfangreichen Baustellen im Schienennetz belastet. Diese Faktoren führten zu einem Rückgang der Transportmengen und Umsätze, während der Frankfurter Intermodal-Operateur dennoch optimistisch in die Zukunft blickt. Für das Jahr 2026 fordert Kombiverkehr verlässliche politische Rahmenbedingungen und einen konstruktiven Dialog mit der Bundesregierung, um die Wettbewerbsfähigkeit des klimafreundlichen Schienengüterverkehrs zu sichern.
Herausforderungen im Kombinierten Verkehr
Die Intermodal-Branche sah sich im Jahr 2025 mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie im Vorjahr. Eine verhaltene Konjunktur und eine schwache Industrienachfrage spiegelten sich im Transportmarkt wider. Hohe Energie- und Infrastrukturkosten sowie umfangreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen im Schienennetz belasteten den Kombinierten Verkehr zusätzlich. Umleitungen und längere Laufzeiten beeinträchtigten die Zuverlässigkeit der Transporte und führten zu einem erhöhten Ressourceneinsatz. Die reduzierte Trassenpreisförderung verschlechterte zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene im Vergleich zum Straßengüterverkehr, der von günstigeren Dieselpreisen profitierte. Geschäftsführer Armin Riedl berichtete, dass die Erfüllungsquote des Unternehmens im Jahr 2025 bei nur 84 Prozent lag, da viele bestellte Züge aufgrund infrastruktureller Probleme nicht realisiert werden konnten.
Finanzielle Ergebnisse und Umweltbilanz
Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die Kombiverkehr KG einen Rückgang der Transportmenge um 13,5 % auf 665.981 Lkw-Sendungen. Im internationalen Verkehr wurden 510.573 Sendungen transportiert, was einem Rückgang von 13,3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch im nationalen Verkehr kam es zu einem Rückgang von 14,2 %. Die erbrachte Verkehrsleistung sank um 10,3 % auf 13,35 Milliarden Tonnenkilometer. Trotz dieser Rückgänge konnte das Unternehmen durch seine intermodalen Angebote einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und vermied über 1,0 Millionen Tonnen schädlicher Treibhausgase. Der Umsatz betrug 398,4 Millionen EUR, was einem Rückgang von 36,2 Millionen EUR im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Nach Steuern erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresüberschuss von rund 762.000 EUR.
Transformation und Wachstumsperspektiven
Die erfolgreiche Transformation des Unternehmens, die im Frühjahr 2025 abgeschlossen wurde, schafft die Voraussetzungen für zukünftiges Wachstum. Riedl betonte, dass die Neuausrichtung des Unternehmens zu einer leistungsfähigen Struktur geführt hat, die zusätzliche Flexibilität und Steuerungsmöglichkeiten bietet. Im Jahr 2026 plant Kombiverkehr, neue Zugangebote einzuführen und bestehende Kapazitäten zu erweitern, um auf die steigende Nachfrage zu reagieren. Zu den neuen Verbindungen gehören unter anderem Direktzüge zwischen Lübeck und Verona sowie zwischen Rostock und Verona.
Strategische Entwicklungen und Digitalisierung
Kombiverkehr hat seine Terminalstrategie weiterentwickelt und zentrale Infrastrukturstandorte wie das Terminal Barcelona Morrot und den Rail Hub Duisburg gestärkt. Diese Standorte sind entscheidend für die Verbindung zwischen dem Mittelmeerraum und den Wirtschaftsregionen in Zentral- und Nordeuropa. Zudem verfolgt das Unternehmen eine umfassende Digitalisierungsstrategie, die moderne Softwarearchitekturen und digitale Kundenservices umfasst. Die Datendrehscheibe KV 4.0 wird bereits von mehr als 30 Unternehmen genutzt und ermöglicht einen effizienten Datenaustausch entlang der intermodalen Transportkette.
Politische Herausforderungen und Forderungen
Die Geschäftsführung der Kombiverkehr KG äußerte Unmut über die aktuelle Verkehrspolitik in Deutschland. Riedl kritisierte, dass die Planungen der DB InfraGO nicht belastbar seien und dass die Modernisierung der Infrastruktur nicht ausreichend koordiniert werde. Um den Schaden für die Unternehmen im Kombinierten Verkehr zu minimieren, sieht die Geschäftsführung den Rechtsweg als notwendig an. Zudem fordert Kombiverkehr Kompensationsleistungen für die betroffenen Unternehmen und einen konstruktiven Dialog mit dem Bundesverkehrsministerium.
Neuwahl des Verwaltungsrats
Im Rahmen der Gesellschafterversammlung wurde ein neuer Verwaltungsrat gewählt. Die siebenköpfige Speditionsseite im Verwaltungsrat setzt sich aus Vertretern verschiedener Unternehmen zusammen. Ulrich Maixner wurde zum Vorsitzenden gewählt, während der stellvertretende Vorsitz weiterhin bei der DB Cargo AG liegt.




