
Schroeter leitet Corporate Affairs der HGK-Gruppe
08.06.2026 um 10:07 Uhr
Daniel Kjær wird Vice President bei deugro
08.06.2026 um 10:36 UhrDie Europäische Union (EU) und Kenia haben ihre strategische Partnerschaft in den Bereichen Handel, digitale Transformation und nachhaltige Investitionen vertieft. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, das Wirtschaftswachstum beider Seiten zu fördern. Diese Initiative hebt Kenias Rolle als bedeutenden Partner der EU in Afrika und auf multilateraler Ebene hervor, wie die EU-Kommission kürzlich mitgeteilt hat.
Investitionen in Infrastruktur und digitale Anbindung
Im Rahmen des „Global Gateway-Programms“ planen die EU und Kenia gemäss der Mitteilung Investitionen in saubere Transportlösungen und Handelsvereinfachungen entlang des Nordkorridors in Ostafrika. Zudem sollen über 3.000 öffentliche Einrichtungen, Schulen, Gesundheitszentren und digitale Knotenpunkte in Kenia mit Hochgeschwindigkeitsverbindungen ausgestattet werden.
Die Gespräche zwischen den beiden Partnern fokussierten sich gemäss der EU-Kommission auf die vertiefte Zusammenarbeit, insbesondere hinsichtlich der Datenangemessenheit zwischen der EU und Kenia. Dieser Prozess zielt darauf ab, einen sicheren Datenaustausch zu ermöglichen und damit den digitalen Handel zu fördern. Die EU hat die positive Bewertung des Prozesses zur Kenntnis genommen und beabsichtigt, diesen zeitnah abzuschliessen.
Wirtschaftspartnerschaft und digitale Zusammenarbeit
Die EU bekräftigte nach Angaben der Kommission ihren Einsatz für das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Kenia. Beide Seiten erkannten die Notwendigkeit an, offene Handelsfragen zu klären und die vollständige Umsetzung des Abkommens voranzutreiben, um den Unternehmen in der EU und Kenia den vollen Nutzen zu ermöglichen. Im Bereich der Digitalpolitik wurde eine Vertiefung der Zusammenarbeit in den Themen künstliche Intelligenz, digitale Identität und sichere Konnektivität vorgeschlagen.
Finanzielle Unterstützung für verschiedene Projekte
Im Rahmen der „Global-Gateway-Strategie“ kündigte Exekutiv-Vizepräsidentin Virkkunen mehrere finanzielle Unterstützungsmassnahmen an. Insgesamt fliessen 17 Millionen Euro in die Umgestaltung des Nordkorridors, der als wichtigste Verkehrsroute Ostafrikas gilt. Diese Mittel sollen unter anderem dazu beitragen, die Route umweltfreundlicher zu gestalten und die Kühlketten für Frischwaren zu verbessern.
Darüber hinaus werden 15 Millionen Euro in den Ausbau des nationalen Glasfasernetzes investiert, um Hochgeschwindigkeitsverbindungen in unterversorgten Regionen Kenias zu fördern. Weitere 12 Millionen Euro sind für die Digitalisierung der Grundbucheintragung vorgesehen, um Haushalten, Landwirten und Unternehmen den Eigentumsnachweis zu erleichtern.
Zusätzlich werden 10 Millionen Euro zur Unterstützung des Digital Transformation Centre in Kenia bereitgestellt. Dieses Zentrum soll die digitale Transformation fördern und ein günstiges Umfeld für digitalen Handel und Investitionen schaffen. Schliesslich werden 16 Millionen Euro für die Umwandlung von Geflüchtetenlagern in integrierte Gemeinschaften bereitgestellt, um Kenias Rolle in einer fragilen Region zu würdigen und dessen Engagement bei der Aufnahme von Geflüchteten zu unterstützen.



