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30.06.2026 um 11:33 UhrDer Schweizerische Nutzfahrverband (ASTAG) zeigt sich besorgt über die aktuellen Stauzahlen, die das Bundesamt für Strassen (ASTRA) veröffentlicht hat. Demnach ist die Staubelastung in der Schweiz innerhalb eines Jahres um 22,4 % gestiegen, was zu einem Rekordwert von über 68.040 Staustunden geführt hat. Diese Entwicklung wird als alarmierend eingestuft, da sie nicht nur die Hauptverkehrsachsen, sondern auch andere Strecken betrifft.
Steigende Stauzahlen und ihre Ursachen
Die Zunahme der Stauzeiten ist nicht auf Baustellen oder Unfälle zurückzuführen, die weniger als 10 % des Gesamtstaus ausmachen. Vielmehr ist die Überlastung der bestehenden Autobahninfrastruktur der Hauptgrund. Laut ASTAG entstehen 89,3 % der Staus aufgrund unzureichender Kapazitäten auf den Nationalstrassen. Diese Situation hat direkte Auswirkungen auf den Transport- und Versorgungssektor, der in der Schweiz zu über 82 % auf den Strassenverkehr angewiesen ist. Um die gewohnte Qualität und Pünktlichkeit der Lieferungen aufrechtzuerhalten, sind immer mehr Fahrzeuge erforderlich, was zu einem erhöhten Treibstoffverbrauch und höherem Fahrzeugverschleiß führt.
Ständerat und ASTAG-Zentralpräsident Thierry Burkart betont, dass Staus mittlerweile zu einem bedeutenden Kostenfaktor für Transportunternehmen geworden sind. Die Herausforderungen im Binnenverkehr nehmen zu, und die Fähigkeit, längere Touren innerhalb eines Tages abzuwickeln, wird zunehmend eingeschränkt. Burkart warnt, dass die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Versorgung in der Schweiz mittelfristig gefährdet sein könnte, da die Strasse für die Feinverteilung von Gütern wie Frischwaren und Medikamenten unverzichtbar bleibt.
Dringlichkeit des Nationalstrassenausbaus
Die ASTAG fordert daher eine zügige Umsetzung der im Infrastrukturpaket «Verkehr ’45» vorgesehenen Strassenprojekte. Insbesondere der Ausbauschritt 2027, der die Erweiterung zweier stark frequentierter Abschnitte der Autobahn A1 vorsieht, wird als dringend notwendig erachtet. Diese Projekte sind bereits weit fortgeschritten in der Planung und verfügen über Rückhalt in den betroffenen Regionen. Die ASTAG appelliert an den Bundesrat und das Parlament, diese Vorhaben ohne Verzögerungen voranzutreiben.
Die Opposition gegen die geplanten Autobahnprojekte wird von der ASTAG als unverständlich angesehen. Burkart betont, dass Verkehr als Gesamtsystem betrachtet werden müsse, zu dem auch die Strasse gehört. Ein Scheitern dieser Projekte oder ein grundsätzlicher Stopp des Ausbaus könnte gravierende Folgen für die Versorgungssicherheit und den Wohlstand in der Schweiz haben.





