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21.05.2026 um 09:47 UhrDer international tätige KI- und Optimierungsspezialist INFORM hat in einer aktuellen Umfrage die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Yard Management zwischen Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) sowie den USA untersucht. Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede in den Anlieferungsprozessen, den Herausforderungen und den technologischen Prioritäten der beiden Märkte.
Lieferverzögerungen im Fokus
Die Umfrage ergab, dass im DACH-Raum kein Unternehmen von durchgängig planmäßigen Anlieferungen berichtet. Über die Hälfte der befragten Unternehmen verzeichnet Verzögerungen bei bis zu 50 Prozent der Transporte, während 14 Prozent sogar noch höhere Anteile angeben. Im Vergleich dazu berichten 44 Prozent der US-Unternehmen von Verspätungen bei weniger als zehn Prozent der Ankünfte. Kein Unternehmen in den USA gibt an, dass mehr als 50 Prozent aller Lkw verspätet ankommen.
Die Ursachen für diese Verzögerungen sind in beiden Regionen ähnlich. Unerwartete Störungen im Ablauf werden von 66 Prozent der Befragten als Hauptursache genannt. Im DACH-Raum sind jedoch interne Engpässe stärker ausgeprägt: 64 Prozent der Befragten führen fehlende personelle oder technische Kapazitäten als Grund an, während dieser Anteil in den USA bei 45 Prozent liegt. Weitere Probleme wie unkoordinierte Lkw-Ankünfte und ungenaue Zeitfenster werden ebenfalls in beiden Regionen als relevant erachtet.
Digitalisierung und ihre Hürden
Die Digitalisierung im Yard Management schreitet voran, jedoch unterscheiden sich die Hürden zwischen den beiden Märkten. Im DACH-Raum nutzen 59 Prozent der Unternehmen bereits aktiv eine Yard Management Software, während in den USA der Anteil bei 64 Prozent liegt. In den USA planen zudem 12 Prozent der Unternehmen, diese Technologie mittelfristig einzuführen. Die größten Hindernisse für die Digitalisierung im DACH-Raum sind fehlende interne Kapazitäten (48 Prozent) und Integrationsfragen (27 Prozent). In den USA hingegen sind Budgetrestriktionen (47 Prozent) und unklare Business Cases (39 Prozent) häufigere Herausforderungen.
Die Ziele, die Unternehmen mit einem Yard Management System verfolgen, zeigen ebenfalls Unterschiede. Im DACH-Raum liegt der Schwerpunkt auf der operativen Effizienz: 77 Prozent der Befragten wollen Durchlauf- und Wartezeiten verkürzen, während in den USA neben der besseren Planbarkeit des Zulaufs (70 Prozent) auch die Reduzierung von Standgeldern (62 Prozent) und mehr Transparenz über Prozesse (59 Prozent) im Vordergrund stehen.
Unterschiedliche Anforderungen an moderne Systeme
Die Anforderungen an moderne Yard-Management-Systeme variieren ebenfalls. Im DACH-Raum stehen Funktionen, die den operativen Alltag entlasten, im Vordergrund. 65 Prozent der Befragten nennen mobile Voranmeldungen, 63 Prozent Self-Check-in-Funktionen und 60 Prozent die Automatisierung von Abläufen. In den USA hingegen sind stärker vernetzte Steuerungsfunktionen von Bedeutung, wie die Fahrerkommunikation (66 Prozent) und Schnittstellen zu Telematik-Plattformen (58 Prozent).
Die Prioritäten für die kommenden fünf Jahre zeigen ebenfalls unterschiedliche Ansätze. US-Unternehmen legen großen Wert auf mobile Bedienbarkeit (77 Prozent), Cloud-Architekturen (75 Prozent) und KI-basierte Optimierung (71 Prozent). Im DACH-Raum sind diese Werte deutlich niedriger, wobei 61 Prozent mobile Bedienbarkeit und 49 Prozent Integration nennen.
Oliver Graf, Produktmanager bei INFORM, kommentiert die Ergebnisse: „Unternehmen im DACH-Raum und den USA verfolgen unterschiedliche Entwicklungspfade, doch in beiden Märkten wächst die Bedeutung einer verlässlichen Steuerung des Yards. Je dynamischer Anlieferungen, Ressourcen und operative Prioritäten werden, desto wichtiger ist ein gemeinsames Lagebild, das Orientierung schafft und belastbare Entscheidungen ermöglicht.“
Die Umfrage „Wie smart ist Ihr Yard? Optimierungspotenziale im Yard Management“ wurde Ende 2025 durchgeführt und umfasste 214 Fach- und Führungskräfte aus Logistik, Industrie und Handel in DACH und den USA. Ziel war es, Herausforderungen, Reifegrad und Entwicklungsschwerpunkte im Yard Management in beiden Regionen vergleichend zu analysiert.
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