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10.04.2026 um 10:38 UhrDie Vorsitzenden des Bündnis Elbe-Seitenkanal e.V. (BESK) und der Elbe Allianz e.V. (EA), Michael Zeinert (Foto) und Roman Fürtig, haben anlässlich des Elbschifffahrtstags 2026 einen dringenden Appell an die Bundespolitik gerichtet. Sie fordern eine umfassende Verbesserung der Finanzierung und eine Beschleunigung der Planungsprozesse für Wasserstrassen in Deutschland. In ihrer gemeinsamen Erklärung betonen sie die zentrale Rolle der Wasserstrassen für die deutsche Wirtschaft, die auf leistungsfähige Flüsse und Kanäle angewiesen ist.
„Die Wasserstrassen sind unverzichtbar für die deutsche Wirtschaft. Industrie, Handel, Landwirtschaft und auch die Energiewende sind auf leistungsfähige Flüsse und Kanäle angewiesen“, so Zeinert und Fürtig. Sie kritisieren die anhaltende Vernachlässigung der Wasserstrassen durch die Bundesregierung, die sich sowohl in unzureichenden finanziellen Mitteln als auch in der fehlenden Berücksichtigung bei Planungs- und Genehmigungsprozessen äussert. Insbesondere die Nicht-Aufnahme der Wasserstrassen in das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK) wird als problematisch angesehen.
Infrastrukturdefizite und Engpässe
Zeinert weist auf die bestehenden Infrastrukturdefizite in der Region hin: „Unsere Region leidet bis heute unter einem Infrastrukturdefizit. Die A 39 ist noch nicht gebaut, die Bahnstrecke Hamburg-Hannover ist dauerhaft überlastet, und parallel verläuft der Elbe-Seitenkanal von Nord nach Süd, hat jedoch mit dem Schiffshebewerk Scharnebeck den zentralen Engpass im gesamten norddeutschen Wasserstrassennetz.“ Die neue Schleuse Lüneburg wird als entscheidend für die Zukunft der Wasserstrasse und die wirtschaftliche Entwicklung der Region hervorgehoben.
Fürtig ergänzt, dass die Wasserstrassen ein wertvolles Transportmittel darstellen, das effizient grosse Mengen an Gütern befördern kann. „Binnenschiffe sind effizient, können immense Massen transportieren und eignen sich besonders gut für Schüttgut, Flüssiggüter, aber auch für Gross- und Schwertransporte. Wir müssen diesen Verkehrsträger stärken, auch durch die Unterstützung von Schiffsneubauten und der Ausbildung“, erklärt er. Zudem wird die Notwendigkeit betont, die Elbe als Wasserstrasse zuverlässiger zu gestalten, da sie eine wichtige Redundanzstrecke für den Elbe-Seitenkanal darstellt.
Konkrete Forderungen an die Politik
Die beiden Vorsitzenden formulieren vier zentrale Forderungen an die Politik: Eine gesicherte und bedarfsgerechte Finanzierung der Wasserstrasse aus dem Bundeshaushalt und dem Sondervermögen von mindestens 2 Mrd. EUR pro Jahr, die Berücksichtigung der Wasserstrasse bei Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung im Infrastrukturzukunftsgesetz, die Sicherung der Finanzierung der neuen Schleuse Lüneburg für den Elbe-Seitenkanal sowie die konsequente Umsetzung des Gesamtkonzeptes Elbe.
Der Elbschifffahrtstag 2026, der anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Elbe-Seitenkanals am 9. April in Lüneburg stattfand, bot eine Plattform für den Austausch über die Herausforderungen der Binnenschifffahrt und Wasserstrassen. Rund 100 Teilnehmende, darunter Vertreter aus der Binnenschifffahrt, der verladenden Wirtschaft und der Hafenwirtschaft, kamen zusammen, um über die Zukunft der Wasserstrassen zu diskutieren.




