
EU genehmigt Kapazitätsverordnung für Güterzüge
11.06.2026 um 08:38 Uhr
TGW rüstet automatisiertes Verteilzentrum in Texas aus
11.06.2026 um 09:48 UhrDas Projekt HERFRIED, das von der FH Oberösterreich koordiniert wird, zielt darauf ab, die Binnenschifffahrt durch digitale Vernetzung zu optimieren und damit den Gütertransport auf Wasserstrassen zu steigern. Laut FH-Professorin Lisa-Maria Putz-Egger und dem Steyrer Team Sustainable Transport soll die Initiative Unternehmen, Logistikdienstleister, Behörden und Infrastrukturbetreiber zusammenbringen, um Informationen grenzüberschreitend auszutauschen und Abläufe in Echtzeit zu koordinieren. Dies soll nicht nur die Effizienz erhöhen, sondern auch die Umweltbelastung durch den Transport von Gütern reduzieren.
Jetzt hat das Forschungsprojekt hat im Rahmen des EU-Förderprogramms HORIZON Europe eine hohe Bewertung erhalten und wird mit einem Budget von knapp 8 Mio. EUR unterstützt. Davon entfallen rund 1,4 Mio. EUR auf die FH Oberösterreich. Zu den Partnern des Konsortiums gehören 17 Institutionen aus Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden und Polen, darunter auch Unternehmen wie die Voestalpine, die den Rhein-Main-Donau-Korridor intensiv nutzt.
Digitalisierung als Schlüssel zur Effizienz
Die Voestalpine sieht in der Digitalisierung der Lieferkette einen entscheidenden Faktor zur Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit. Im Rahmen von HERFRIED sollen innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt werden, die von der Rohstoffbeschaffung bis zur Auslieferung reichen. Die enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnern soll dazu beitragen, datengetriebene Entscheidungsprozesse zu fördern und resilientere Lieferketten zu schaffen.
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die vollständige digitale Integration der Binnenschifffahrt in multimodale Logistikketten. Putz-Egger betont, dass durch die Digitalisierung die relevanten Unternehmen und Verkehrsträger miteinander vernetzt werden, um die Logistikprozesse zu optimieren. Dies umfasst die Entwicklung smarter Schiffe, standardisierter Datenräume sowie die Integration von Verwaltungs- und Behördensystemen.
Praktische Umsetzung durch Pilotprojekte
HERFRIED wird in sieben industrienahen Pilotprojekten entlang zentraler europäischer Korridore getestet. Dabei liegt der Fokus sowohl auf Stück- und Schüttgütern als auch auf multimodalen Gütern wie Containern. Das Projekt baut auf bestehenden Plattformen auf und sorgt dafür, dass relevante Daten nahtlos mit übergeordneten Logistiksystemen verbunden werden.
Die Einbindung öffentlicher Stellen gewährleistet, dass geltende Gesetze und Standards berücksichtigt werden. Zudem richtet sich das Projekt an die Politik, um geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Transport auf Wasserstraßen fördern.
Die oberösterreichische Standortagentur Business Upper Austria hat das Projekt bei der Antragstellung unterstützt, indem sie inhaltliche und strategische Aspekte überprüfte und Feedback gab. HERFRIED wird am 1. Oktober 2026 starten und ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt.
Ein entscheidender Impulsgeber für das Projekt ist Herfried Leitner, Geschäftsführer einer der grössten Donaureedereien, der massgeblich zur Entwicklung der Idee beigetragen hat.



