
Niklas Walbröl leitet Rheinhafen Koblenz
03.06.2026 um 10:17 Uhr
Bruteier statt Daunenjacken
03.06.2026 um 12:48 UhrÜber 8 t Kokain wurden am 9. Februar 2026 im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven durch Einsatzkräfte des Hauptzollamtes Oldenburg sichergestellt. Diese Beschlagnahmung zählt zu den grössten Aufgriffen des deutschen Zolls in den letzten Jahren. Der Strassenverkaufswert der illegalen Drogen wird auf etwa 500 Mio. EUR geschätzt. Die erfolgreiche Ermittlung war das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Zollfahndungsamt Hannover und den spanischen Zollbehörden, die am 14. Mai 2026 zur Festnahme von zwei Verdächtigen in Spanien führte.
Die Kontrolle des Seecontainers, der aus Westafrika nach Wilhelmshaven transportiert wurde, erfolgte nach einer Risikoanalyse. Laut den Frachtpapieren sollte der Container mit Kakaobohnen beladen sein, die für Spanien bestimmt waren. Bei einer Röntgenuntersuchung entdeckten die Zollbeamten jedoch Unregelmässigkeiten, die eine intensivere Kontrolle erforderlich machten. Statt der erwarteten Kakaobohnen fanden die Beamten über 400 Pakete, die mit schwarzer Folie umwickelt waren. Jedes dieser Pakete enthielt rund 20 hartgepresste Kokainblöcke, was zu einem Gesamtgewicht von etwa 8 t führte.
Internationale Zusammenarbeit führt zu Festnahmen
Die Ermittlungen wurden vom Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aurich, die für die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität zuständig ist, geleitet. Da der Container für Spanien bestimmt war, wurden die spanischen Zollbehörden in die Ermittlungen einbezogen. Die Kokainpakete waren mit GPS-Sendern ausgestattet, um deren Standort jederzeit zu verfolgen. Oberstaatsanwalt Jan Wilken erklärte, dass die illegale Ladung vor dem Weitertransport nach Barcelona in Deutschland unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vernichtet wurde. Dies sollte verhindern, dass die Kriminellen das beschlagnahmte Kokain später zurückholen können.
Im Rahmen der weiteren Ermittlungen in Spanien konnten zwei Hauptverdächtige identifiziert werden, die für den Schmuggel der Ladung verantwortlich sein sollen. Nach umfangreichen Ermittlungen in Barcelona wurden die Verdächtigen Mitte Mai 2026 während einer Übergabe des Containers in einem Gewerbegebiet in der Provinz Almería festgenommen. Einer der Festgenommenen, ein Geschäftsführer eines Importunternehmens, wird zudem mit einer früheren Kokainlieferung auf dem Seeweg in Verbindung gebracht.
Dr. Tino Igelmann, Leiter des Zollkriminalamtes, betonte die Bedeutung der Sicherstellung und der anschließenden Ermittlungen. Er hob hervor, dass die enge Zusammenarbeit zwischen den deutschen und spanischen Zollbehörden sowie ein effektives Risikomanagement entscheidend für den Erfolg der Operation waren. Igelmann erklärte, dass die Bekämpfung des international organisierten Rauschgiftschmuggels nur durch grenzüberschreitende Kooperation möglich sei.
Fernando Iglesias Pérez, Subdirektor der spanischen Zollbehörde, dankte dem Zollkriminalamt für die professionelle Zusammenarbeit. Er betonte, dass der Fall ein Beispiel dafür sei, was Zollbehörden erreichen können, wenn ein solides Kooperationsframework besteht. Die transnationalen kriminellen Netzwerke erforderten eine ebenso internationale Antwort auf die Herausforderungen des Drogenhandels.
Die beiden Festgenommenen befinden sich in Untersuchungshaft und müssen mit mehrjährigen Haftstrafen in Spanien rechnen. Die Informationen zu diesem Fall konnten aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt veröffentlicht werden.



