
V-Mart digitalisiert Lagerprozesse mit WMS von SSI Schäfer
23.04.2026 um 11:29 Uhr
20. Logistiktag der Kühne Stiftung in Hamburg
23.04.2026 um 12:03 UhrBrände in Lager- und Logistikbereichen stellen ein erhebliches Risiko für Unternehmen dar. Laut aktuellen Branchenstatistiken verursachen sie in Deutschland jährlich Schäden in Milliardenhöhe. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Vorfälle mit Totalverlusten registriert, die nicht nur zu erheblichen Sachwertverlusten führen, sondern auch langfristige Betriebsunterbrechungen und Lieferkettenstörungen nach sich ziehen können. Die Gefahren für Mitarbeitende sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. In Anbetracht der zunehmenden Automatisierung und der hohen Warendichte, die durch den E-Commerce-Boom und die Optimierung von Lagerflächen entstehen, steigen die Risiken. Klassische Löschmethoden stoßen hierbei oft an ihre Grenzen. Mirco Sachse, Geschäftsführer der Infiprotec GmbH, betont: „Ein wirksames Brandschutzkonzept im Lager beginnt nicht erst bei der Installation von Löschtechnik, sondern bei der systematischen Risikoanalyse und der konsequenten Umsetzung organisatorischer und baulicher Maßnahmen.“
Komplexität der Risikolandschaften
Moderne Lager sind hochdynamische Systeme, die eine Vielzahl potenzieller Brandlasten aufweisen. Die Kombination aus unterschiedlichen Warengruppen, hohen Regalsystemen und automatisierten Prozessen erhöht die Komplexität erheblich. Sachse erklärt: „Die Herausforderung liegt darin, dass sich Brandrisiken im Lager nicht pauschal bewerten lassen. Jede Nutzungseinheit bringt eigene Gefährdungspotenziale mit sich, die individuell analysiert und bewertet werden müssen.“ Besonders kritisch sind Bereiche, in denen leicht entzündliche Materialien oder hochenergetische Stoffe, wie Lithium-Batterien oder bestimmte Verpackungsstoffe, gelagert werden. Auch bauliche Gegebenheiten, wie große Hallenvolumen und eingeschränkte Zugänglichkeit, spielen eine zentrale Rolle und erschweren die Brandbekämpfung im Ernstfall. Daher ist es unerlässlich, Brandschutzaspekte frühzeitig in die Gebäudeplanung zu integrieren.
Technische Systeme im Brandschutz
Ein effektiver Brandschutz im Lager erfordert das Zusammenspiel verschiedener technischer Systeme. Dazu zählen Brandmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie automatische Löschsysteme. Sachse hebt hervor: „Technik entfaltet ihre volle Wirkung nur dann, wenn sie präzise auf die spezifischen Rahmenbedingungen abgestimmt ist. Insbesondere bei Hochregallagern oder automatisierten Logistikzentren sind maßgeschneiderte Konzepte erforderlich, um eine schnelle Detektion und gezielte Brandbekämpfung sicherzustellen.“ Die Auswahl und Auslegung der Löschsysteme sind entscheidend. Sprinkleranlagen, die temperaturgesteuert über einzeln auslösende Sprinklerköpfe Wasser im Brandbereich abgeben, finden häufig in Industriehallen sowie Lager- und Produktionsstätten Anwendung. Wassernebellöschanlagen hingegen nutzen fein zerstäubtes Wasser unter Hochdruck, um durch Kühlung und Sauerstoffverdrängung eine effektive Brandunterdrückung zu erreichen. Diese Systeme sind besonders geeignet für Bereiche mit sensibler Technik, wie Maschinenräume oder IT- und Serverräume. Zudem spielt die Digitalisierung eine zunehmend wichtige Rolle. Intelligente Sensorik und vernetzte Systeme ermöglichen eine frühzeitige Erkennung von Anomalien und unterstützen ein proaktives Risikomanagement, was die Reaktionszeit im Ernstfall verkürzt und die kontinuierliche Überwachung der Sicherheitsstandards verbessert.
Organisatorische Maßnahmen und Schulung
Neben baulichen und technischen Maßnahmen ist die organisatorische Prävention von großer Bedeutung. Klare Zuständigkeiten, regelmäßig aktualisierte Brandschutzordnungen und strukturierte Notfallpläne sind essenziell, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Sachse betont: „Ein Brandschutzkonzept ist nur so wirksam wie die Menschen, die es im Alltag umsetzen. Deshalb ist die kontinuierliche Schulung der Mitarbeitenden ein zentraler Erfolgsfaktor.“ Regelmäßige Übungen und Sensibilisierungsmaßnahmen tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Diese Maßnahmen stärken das Sicherheitsbewusstsein innerhalb der Organisation und fördern eine Kultur der Verantwortung.



