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28.04.2026 um 10:41 UhrIn Niedersachsen haben maritime Wirtschaft und Politik am 28. April beim Ausbildungsforum des Verbands Deutscher Reeder (VDR) in Leer ein Zeichen zur Gewinnung von Nachwuchs in der Seeschifffahrt gesetzt. Im Vorfeld der Nationalen Maritimen Konferenz der Bundesregierung in Emden wurde die Bedeutung qualifizierter Fachkräfte für den maritimen Standort Deutschland hervorgehoben.
Die Zahlen zeigen eine positive Entwicklung: Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der Berufsanfänger in der deutschen Handelsschifffahrt mit 743 Neueinsteigern den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Besonders gefragt sind dabei nautische und technische Offizierslaufbahnen, die Ausbildung zum Schiffsmechaniker sowie die Ausbildung zu Schifffahrtskaufleuten.
Nachwuchs als Schlüssel zur Zukunft
Gaby Bornheim, Präsidentin des VDR, betonte die Notwendigkeit, die Dynamik in der Nachwuchsgewinnung weiter zu stärken. „Unsere Anstrengungen tragen Früchte: Nachwuchs ist der Schlüssel für die Zukunft der Handelsschifffahrt und für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts. Wer die Schifffahrt erlebt, ist begeistert – internationale Teams, modernste Technik und die Chance, die Welt zu entdecken, machen die Handelsschifffahrt für viele junge Menschen attraktiv“, erklärte sie.
Die Branche setzt gezielt auf neue und bewährte Nachwuchsprogramme, um frühzeitig Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen. Das Botschafterprogramm SeaYou bietet jungen Seeleuten authentische Einblicke in ihren Berufsalltag, während das Ferienfahrer-Programm Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, den Alltag auf Containerschiffen, Massengutfrachtern und Schleppschiffen hautnah zu erleben. In diesem Jahr haben sich mehr als 70 junge Menschen beworben, um an diesem Programm teilzunehmen.
Regionale Bedeutung der maritimen Wirtschaft
Für die Stadt Leer ist die maritime Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Bürgermeister Claus-Peter Horst erklärte: „Die maritime Wirtschaft ist ein prägender Teil der Identität der Stadt Leer. Daher liegt es in unserem ureigenen Interesse, neue Kräfte für die Schifffahrt zu gewinnen. Mit dem Angebot von praxisorientierten Studiengängen und Ausbildungsangeboten spielt der Maritime Campus in unserer Stadt eine entscheidende Rolle, um den Nachwuchs zu fördern.“
Die Politik unterstützt diesen Kurs. Gitta Connemann, Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, betonte die Wichtigkeit der Arbeit auf hoher See: „Die steigenden Zahlen der Berufsanfänger in der Handelsschifffahrt zeigen: Die Arbeit auf hoher See ist spannend und krisenfest. Unsere Häfen, unsere Schiffe, unsere maritimen Standorte brauchen junge, gut ausgebildete Menschen. Davon profitieren nicht nur die Betriebe an den Kais, sondern die ganze deutsche Wirtschaft.“
Fachkräftemangel und Ausbildungsstandards
Wibke Mellwig, Abteilungsleiterin Wasserstraßen und Schifffahrt im Bundesministerium für Verkehr, hob hervor, dass maritimes Know-how für den Schifffahrtsstandort Deutschland eine Schlüsselrolle spielt. „Die Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Seeschifffahrt sowie eine zukunftsfähige maritime Ausbildung haben für uns hohe Priorität. Wir wollen Nachwuchs gewinnen und Know-how in Deutschland halten“, sagte sie.
Auch aus dem Deutschen Bundestag kommt Unterstützung für die weitere Entwicklung. Uwe Schmidt, MdB, betonte die Notwendigkeit, Ausbildung und Qualifizierung weiter zu stärken: „Ohne qualifizierten Nachwuchs fehlt unserem Schifffahrtsstandort Deutschland die Grundlage für Zukunft und Erfolg.“ Claudia Müller, MdB, ergänzte, dass es wichtig sei, die jungen Leute dauerhaft an Bord zu halten und gute Arbeitsplatzperspektiven zu bieten.
Stefan Jüngerhans, Geschäftsführer der Reederei Jüngerhans und Mitglied des VDR-Präsidiums, stellte fest, dass der Wettbewerb um Talente intensiv bleibt. „Wer junge Menschen früh an die Schifffahrt heranführt und ihnen reale Perspektiven aufzeigt, kann sie auch für unsere Branche gewinnen. Entscheidend ist, dass wir Ausbildung nicht nur anbieten, sondern erlebbar machen und verlässlich begleiten“, so Jüngerhans.
Das Ausbildungsforum verdeutlichte die Notwendigkeit, junge Menschen frühzeitig zu erreichen, Perspektiven sichtbar zu machen und Begeisterung zu wecken, um aus ersten Kontakten langfristige Karrieren in der Seeschifffahrt zu entwickeln.





