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02.07.2026 um 10:31 UhrDas Präsidium des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat Lars Redeligx zum neuen Präsidenten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Jens Bischof an, dessen Amtszeit turnusgemäss endete. Redeligx, der seit Januar 2023 Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Düsseldorf ist, wird die Interessen des Verbandes in einer Zeit vertreten, in der die Branche vor großen Herausforderungen steht.
Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz
In seiner ersten Stellungnahme betonte Redeligx die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland zu stärken. Er bezeichnete die Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrsteuer als einen positiven ersten Schritt, der jedoch nur der Anfang sein könne. „Deutsche Airlines und Flughäfen müssen wieder Anschluss finden an das starke Wachstum des Luftverkehrs im restlichen Europa“, sagte Redeligx. Um dies zu erreichen, fordert er eine Halbierung der staatlichen Standortkosten sowie einen Abbau von Bürokratie und Überregulierung.
Redeligx wies darauf hin, dass übermässige regulatorische Anforderungen, auch bekannt als „Gold-plating“, den Standort Deutschland schwächen. „Ein starker, wettbewerbsfähiger Luftverkehr ist für die Exportnation Deutschland und unsere global verbundene Gesellschaft keine Option, sondern eine Notwendigkeit“, so Redeligx weiter. Er sieht die Möglichkeit, strukturelle Standortnachteile abzubauen, wenn der Luftverkehr als Chance für Teilhabe und Erfolg in einer vernetzten Welt betrachtet wird.
Ein weiterer zentraler Punkt in Redeligx‘ Agenda ist die Nachhaltigkeit. Er betonte, dass die Branche den eingeschlagenen Weg zur Reduzierung von Emissionen fortsetzen wolle. „Wir brauchen realistische Zielvorgaben und eine deutliche Steigerung der Produktion nachhaltiger Kraftstoffe“, erklärte er im Hinblick auf den bevorstehenden Review-Prozess für das EU-Klimapaket „Fit for 55“. Redeligx warnte davor, dass ohne entsprechende Massnahmen Emissionen lediglich in andere Regionen verlagert würden, was zu einem Verlust an Wertschöpfung in Europa führen könnte.
Würdigung der Vorgänger und Ausblick
Jens Bischof, der scheidende Präsident, gratulierte Redeligx zu seiner Wahl und hob die Bedeutung einer starken Interessenvertretung in Deutschland und Europa hervor. Bischof hatte während seiner Amtszeit massgeblich dazu beigetragen, dass die Politik eine Kehrtwende bei den Rahmenbedingungen für den Luftverkehrsstandort Deutschland eingeleitet hat. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Massnahmen zur Reduzierung von Wettbewerbsnachteilen umgesetzt.
Das BDL-Präsidium dankte Bischof für sein Engagement in den vergangenen zwei Jahren. Seit 2016 wird das Amt des BDL-Präsidenten alle zwei Jahre zwischen den Mitgliedsgruppen im Verband rotiert. Redeligx ist der sechste Präsident in dieser Reihe, die nach Klaus-Peter Siegloch begann.
Der BDL vertritt die gemeinsamen Interessen der deutschen Luftverkehrswirtschaft, zu der Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Dienstleister gehören. Die Branche ermöglicht jährlich Mobilität für rund 260 Millionen Fluggäste und spielt eine wesentliche Rolle im internationalen Warenverkehr.



