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14.04.2026 um 09:55 UhrAutomatisierte Produktionsabläufe, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und humanoiden Robotern prägen zunehmend die deutsche Industrie. Eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass 81 Prozent der befragten Industrieunternehmen Industrie 4.0 als Chance betrachten. Lediglich 16 Prozent sehen darin ein Risiko. Die Studie, die im Rahmen der Hannover Messe durchgeführt wurde, umfasst 555 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 100 Beschäftigten.
Industrie 4.0 als Wettbewerbsfaktor
Die Bedeutung von Industrie 4.0 für die Wettbewerbsfähigkeit ist unbestritten. 94 Prozent der Unternehmen betrachten diese Technologien als sehr wichtig oder unverzichtbar für den internationalen Wettbewerb. Dr. Tanja Rückert, Vizepräsidentin von Bitkom, betont: „Industrie 4.0 ist kein Technologietrend, sondern die Basis für industrielle Wettbewerbsfähigkeit.“ Die Umfrage zeigt, dass 89 Prozent der Unternehmen Industrie 4.0 eine große Bedeutung für ihre Wettbewerbsfähigkeit beimessen, während 78 Prozent dies auch für Künstliche Intelligenz bestätigen.
In der Praxis ist Industrie 4.0 bereits weit verbreitet. 97 Prozent der Unternehmen setzen mindestens eine Anwendung aus diesem Bereich ein. Künstliche Intelligenz ist bei 40 Prozent der Unternehmen im Einsatz, während 38 Prozent planen, diese Technologie einzuführen. Digitale Zwillinge, die virtuelle Abbilder physischer Objekte darstellen, sind bei 45 Prozent der Unternehmen im Einsatz. Auch IoT-Plattformen sind mit 45 Prozent weit verbreitet.
Humanoide Roboter und ihre Rolle in der Industrie
Humanoide Roboter, die Aufgaben übernehmen können, die traditionell von Menschen ausgeführt werden, gewinnen an Bedeutung. 64 Prozent der Unternehmen glauben, dass diese Technologien die Produktivität steigern können. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Skepsis: 31 Prozent der Unternehmen halten humanoide Roboter für einen vorübergehenden Hype. Derzeit nutzen 6 Prozent der Unternehmen humanoide Roboter, während 10 Prozent dies planen.
Die Umfrage zeigt, dass fast die gesamte deutsche Industrie (97 Prozent) langfristig den Einsatz humanoider Roboter in der Produktion für möglich hält. 20 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass diese Technologien in den nächsten zehn Jahren weit verbreitet sein werden.
Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie
Künstliche Intelligenz wird als entscheidender Wettbewerbsfaktor angesehen. 79 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, dass KI künftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sein wird. Dennoch gibt es Bedenken, dass Deutschland die Entwicklungen in diesem Bereich verschlafen könnte. 55 Prozent der Befragten äußern die Sorge, dass die deutsche Industrie die KI-Revolution nicht rechtzeitig umsetzen könnte.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat jedoch negative Auswirkungen auf die Digitalisierung. 58 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Konjunktur die Digitalisierung hemmt. Zudem spüren viele Unternehmen einen erhöhten Wettbewerbsdruck durch Exporte aus China.
Aufholbedarf bei Industrie 4.0
Im internationalen Vergleich sieht sich Deutschland beim Thema Industrie 4.0 nur auf Platz drei. 10 Prozent der Unternehmen glauben, dass Deutschland in diesem Bereich führend ist, während 34 Prozent China und 21 Prozent die USA als Vorreiter nennen. Die Unternehmen bewerten ihre eigene Position positiver: 9 Prozent sehen sich an der Spitze, 38 Prozent als Vorreiter.
Dr. Rückert fordert, dass Deutschland in die Entwicklung und den Einsatz humanoider Roboter investiert. Sie betont die Notwendigkeit, KI systematisch in Produktionsprozesse zu integrieren und die Rahmenbedingungen für die industrielle KI zu verbessern. Dies umfasst unter anderem den Ausbau der Rechenkapazitäten, die Schaffung besserer Dateninfrastrukturen und gezielte Fachkräftequalifizierungen.
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass die deutsche Industrie vor der Herausforderung steht, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten und gleichzeitig die digitale Transformation voranzutreiben.





