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29.05.2026 um 08:34 UhrRund 250 Fachleute aus Industrie, Logistik, Wissenschaft und Politik kamen am gestrigen Abend in Köln zusammen, um beim vierten „Logistik Dialog Rheinland“ über die Herausforderungen und Chancen der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde von der HGK Logistics and Intermodal GmbH (HGK LI) ausgerichtet und thematisierte insbesondere die Rolle der Logistik in Zeiten instabiler Lieferketten und geopolitischer Spannungen.
Logistik als strategischer Partner
In seiner Eröffnungsrede betonte Markus Krämer (Foto), CEO von HGK LI, die Notwendigkeit eines engeren Zusammenspiels zwischen Industrie und Logistik. Er forderte ein „Ende der Distanz“ zwischen diesen beiden Bereichen und hob hervor, dass es nicht mehr ausreiche, lediglich effizient zu arbeiten. „Wir müssen resilient werden. Dafür brauchen wir ein neues Verständnis von Logistik: als Partner auf Augenhöhe. Der Schlüssel liegt im gemeinsamen Handeln“, so Krämer.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen wurden auch von Prof. Dr. Torsten Schmidt vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung angesprochen. In seiner Keynote skizzierte er die konjunkturellen Schwierigkeiten und nannte gleichzeitig Ansatzpunkte für zukünftiges Wachstum. „Wir befinden uns in einer schwierigen Phase, aber wir können da rausfinden. Voraussetzung ist, dass sich die Produktivität in Deutschland erhöht“, erklärte Schmidt und forderte mehr Investitionen in die Infrastruktur sowie eine Reduzierung konsumtiver Ausgaben.
Diskussion über Resilienz und Rahmenbedingungen
In einer anschliessenden Podiumsdiskussion, moderiert von Gesa Eberl von NTV, tauschten sich Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über die Notwendigkeit aus, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen zu verändern, um resilienter zu werden. Teilnehmer waren unter anderem Dr. Sebastian C. Schulte, CEO der Deutz AG, und Dr. Nicole Grünewald, Chefin der IHK Köln. Schulte betonte die wachsende Bedeutung der Logistik für Unternehmen und die Gesellschaft: „Logistik ist für die Unternehmen ein strategisches Asset.“
Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war die Forderung nach einer Anpassung der Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Die hohen Energiepreise und die komplexe Regulierung wurden als Hemmnisse identifiziert. Deutz-CEO Schulte forderte mehr Mut und Selbstbewusstsein in der deutschen Wirtschaft: „Als Sportler geht man auch an den Start, um zu gewinnen. Wir können doch so viel mehr!“
Initiative zur Förderung von Nachwuchs und Innovationen
Abschliessend kündigte Markus Krämer die Einführung eines bundesweiten „Logistik Award“ an, der gemeinsam mit Partnern ausgerichtet wird. Dieser Preis richtet sich an Studierende logistikbezogener Studiengänge und soll innovative wissenschaftliche Arbeiten zu Themen wie Multimodalität, Nachhaltigkeit und modernen Supply Chains auszeichnen. Ziel ist es, die Entwicklung intermodaler Konzepte zu fördern und die Verlagerung von Güterströmen auf Schiene und Wasserwege zu unterstützen.
Die Veranstaltung bot den Teilnehmern zudem die Gelegenheit, in einem anschliessenden Get-together die Diskussionen zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.




