
Lufthansa Cargo gründet GlobeCross
07.05.2026 um 10:08 Uhr
Dr. Jörn Fontius wird COO der DIRKS Group
07.05.2026 um 12:52 UhrDie Einführung einer Lkw-Maut auf Landes- und Kommunalstraßen in Baden-Württemberg stößt auf Widerstand aus der Wirtschaft. Im Koalitionsvertrag von Bündnis 90/Die Grünen und CDU wird die Schaffung einer solchen Regelung angestrebt. Angesichts stagnierender wirtschaftlicher Entwicklungen und steigender Kosten für Treibstoffe sowie Personal wird eine zusätzliche Maut als ungünstiges Signal für die Unternehmen im Land angesehen.
Wirtschaftliche Bedenken
Die Einführung einer landesspezifischen Lkw-Maut für Fahrzeuge ab 7,5 t Gesamtgewicht würde die Kosten für den Güterverkehr weiter erhöhen. Unternehmen befürchten, dass sie die Mautkosten an die Endverbraucher weitergeben müssen, was zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung führt. Diese Entwicklung könnte insbesondere für Betriebe in Grenzregionen problematisch sein, da sie im Wettbewerb mit Unternehmen aus anderen Bundesländern benachteiligt würden.
Negative Auswirkungen auf den ländlichen Raum
Im ländlichen Raum sind die Landes- und Kommunalstraßen für viele Unternehmen unverzichtbar. Die bereits bestehenden strukturellen Nachteile gegenüber städtischen Gebieten würden durch eine zusätzliche Maut weiter verschärft. Die Wirtschaft befürchtet, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit der dort ansässigen Unternehmen weiter beeinträchtigen könnte.
Fragliche Umweltwirkungen
Die angestrebte Verkehrsverlagerung auf alternative Verkehrsträger wie Schiene und Wasserstraße wird als unrealistisch eingeschätzt. Aufgrund der unzureichenden Infrastruktur in diesen Bereichen könnte die Maut lediglich als zusätzliche Gebühr wahrgenommen werden, ohne dass praktikable Alternativen zur Verfügung stehen.
Forderungen der Wirtschaft
Die Verbände und Unternehmen, die sich gegen die Einführung der Lkw-Maut aussprechen, fordern eine Anpassung des Koalitionsvertrags an die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die starke Erhöhung der Bundesmaut sowie die allgemeine Teuerung waren zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht absehbar. Eine weitere Belastung der Wirtschaft wird als unangemessen erachtet.
Zudem wird die Notwendigkeit eines umfassenden Wirkungs- und Umsetzungsgutachtens betont. Dieses soll die Funktionsfähigkeit und wirtschaftlichen Folgen einer Landesmaut analysieren und die zu erwartenden Mauteinnahmen sowie deren Lenkungswirkungen darlegen.
Die Diskussion über eine mögliche Maut sollte, so die Forderung, ausschließlich auf Bundesebene geführt werden, um Chancengleichheit für alle Unternehmen zu gewährleisten. Darüber hinaus wird auf die Dringlichkeit effizienter Förderprogramme hingewiesen, um die Antriebswende im Lkw-Verkehr voranzutreiben und gleichzeitig den Standort Baden-Württemberg nicht zu belasten.
Abschließend wird gefordert, dass die Einnahmen aus einer möglichen Maut zweckgebunden für den Erhalt und die Sanierung der Landes- und Kommunalstraßen verwendet werden. Die Verbände Unternehmer Baden-Württemberg e. V., Spedition und Logistik Baden-Württemberg e. V., Verkehrsgewerbe Baden e. V. sowie Württembergische Verkehrsgewerbe e. V. unterstützen diese Positionen.
Kommentar der Redaktion
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Andreas Müller
Für alle, die jetzt befürchten, dass diese Massnahme eine Verlagerung von der Strasse auf die Schiene verhindert, denen sei mitgeteilt, dem ist nicht so. Bundesstrassen führen im Normalfall in Regionen, Gegenden und Dörfer ohne Schienenanschluss. Wenn doch, dann sicher nicht tauglich für den Schienengüterverkehr. Auch nicht für den Container- und Kombinierten Verkehr, denn entsprechende Terminal liegen oft weiter über 100 km vom Start- oder Zielpunkt einer Sendung entfernt.
So gesehen hätte diese Maut keinen Einfluss auf die Verlagerung, wäre aber eine zusätzliche Steuer, welche keine Wirkung hätte, ausser derjenigen, die Staatskassen zusätzlich zu füllen.





