
Transportmarkt in Europa vor Herausforderungen
16.04.2026 um 08:08 Uhr
Schweizer Unternehmen beenden riskante Partnerschaften
16.04.2026 um 09:44 UhrSiemens und KION haben eine strategische Partnerschaft ins Leben gerufen, um die Digitalisierung von Lieferketten und Warenlagern voranzutreiben. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, komplexe Intralogistikprozesse durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), Automatisierung und Simulationstechnologien flexibler und vorhersehbarer zu gestalten. Die Unternehmen streben an, die Produktivität und Widerstandsfähigkeit in der Logistik zu erhöhen.
Im Rahmen der Partnerschaft sollen intelligente Warenlager entstehen, in denen digitale und reale Elemente miteinander verschmelzen. Kameras und Sensoren erfassen dabei große Datenmengen, die von KI ausgewertet werden. Diese Daten ermöglichen die Erstellung digitaler Zwillinge von Maschinen, Anlagen und Warenlagern, auf deren Basis komplette Prozesse simuliert werden können. So können Logistikunternehmen beispielsweise virtuell analysieren, wie sich Änderungen im Lageraufbau auf die Warenabwicklung auswirken. KION wird als erstes Unternehmen in Europa die neue Simulationssoftware Digital Twin Composer von Siemens einsetzen, die es ermöglicht, verschiedene Prozesse parallel und in Echtzeit zu simulieren.
Digitale Zwillinge als Schlüsseltechnologie
Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO von Siemens Digital Industries, betont die Notwendigkeit, Lieferketten nicht nur effizient, sondern auch widerstandsfähig zu gestalten. „Gemeinsam mit KION nutzen wir digitale Zwillinge und industrielle KI, um das Warenlager vom physischen Knotenpunkt zu einem digitalen Nervenzentrum der Lieferkette zu entwickeln“, erklärt Neike. Diese Entwicklung soll die Grundlage für mehr Resilienz und Flexibilität in der Logistik schaffen.
Rob Smith, CEO der KION GROUP AG, hebt hervor, dass KION als Anbieter von Supply-Chain-Lösungen umfassende Lösungen für Kunden orchestriert. „Mit Siemens als strategischem Partner stärken wir unsere Fähigkeit, die digitale und die physische Welt in großem Maßstab zu verbinden“, sagt Smith. Die Partnerschaft ermögliche es, Lösungen, die auf digitalen Zwillingen basieren, auf ein neues Niveau zu heben.
Die Software Digital Twin Composer wurde erstmals im Januar auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Sie fungiert als modularer Baukasten für digitale Fabriken und Logistik und ermöglicht Unternehmen, KI-gestützte digitale Zwillinge ihrer Produkte und Prozesse zu erstellen. Nach der Inbetriebnahme eines Warenlagers dient der Digital Twin Composer als Werkzeug, um Abläufe kontinuierlich zu optimieren. Unternehmen können so industrielle KI, Simulation und Echtzeitdaten nutzen, um Prozesse besser zu planen und Systeme virtuell zu testen.
KION setzt zudem eine eigene Softwareumgebung ein, um Logistiklösungen zu planen und umzusetzen. In Kombination mit der Siemens PLM-Software Teamcenter und digitalen Zwillingen kann KION Logistiklösungen über den gesamten Lebenszyklus steuern. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Warenlager bereits in der Planungsphase zu simulieren und datenbasierte Entscheidungen zu treffen.
Zusätzlich haben Siemens und KION eine Vereinbarung über den Austausch ausgewählter Industriedaten getroffen. KION wird Betriebsdaten und Fachwissen aus komplexen Warenlagerumgebungen einbringen, um die Einführung KI-gestützter Lösungen in der Lagerlogistik zu beschleunigen. Diese Vereinbarung steht exemplarisch für datenbasierte Partnerschaften, mit denen Siemens den Aufbau eines Industrial Foundation Models vorantreibt. Dieses Modell soll die Nutzung industrieller KI über verschiedene Prozesse und Domänen hinweg erweitern.




