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06.02.2026 um 10:24 UhrDeutschlands Luftfrachtstandort steht unter Druck. Bei einem Branchengespräch in Berlin haben die Verbände BDI, BDL und DSLV am 5. Februar 2026 auf die Herausforderungen hingewiesen, die durch steigende Standortkosten und bürokratische Hürden entstehen. Diese Faktoren gefährden nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die Wertschöpfung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Luftfrachtbranche.
Rückgang des Luftfrachtvolumens
Die Luftfracht in Deutschland hat in den letzten Jahren einen signifikanten Rückgang erlebt. Im Jahr 2024 wurden nur noch knapp 2 Mio. t Luftfracht transportiert, während in den frühen 2010er-Jahren regelmäßig etwa 2,5 Mio. t bewegt wurden. Diese Entwicklung wird von den Verbänden als alarmierend angesehen, da der internationale Markt für Luftfracht gleichzeitig wächst. Laut der Pressemitteilung der Verbände wird der Luftfrachttransport für den deutschen Aussenhandel, der im Jahr 2024 einen Wert von rund 290 Mrd. EUR erreichte, als essenziell erachtet.
Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des BDL, betont die Bedeutung der Luftfracht für die deutsche Wirtschaft: „Luftfracht ist das logistische Rückgrat einer global vernetzten Volkswirtschaft wie in Deutschland. Unsere Airlines und Drehkreuze können Spitzenleistungen erbringen – dafür brauchen sie aber wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.“
Ursachen für die Abwanderung von Wertschöpfung
Die Verbände identifizieren gestiegene Standortkosten und übermässige Bürokratie als Hauptursachen für die Abwanderung von Luftfrachtaktivitäten ins Ausland. Diese Faktoren machen den deutschen Luftfrachtstandort unattraktiv und führen dazu, dass Unternehmen ihre Kapazitäten in ausländische Hubs verlagern. Die Folgen sind nicht nur wirtschaftlicher Natur; auch die Versorgungssicherheit in Deutschland könnte gefährdet sein. Besonders zeitkritische Lieferketten, etwa in der Medizintechnik oder Elektronik, sind auf eine zuverlässige Luftfracht angewiesen.
Die Verbände fordern daher einen Rückbau der hohen Kosten und eine pragmatische Regulierung, um die Attraktivität des Standorts zu erhöhen. „Die Wettbewerbsfähigkeit der Luftfracht in Deutschland hängt maßgeblich von der politischen Ebene ab“, so die Vertreter der Verbände.
Handlungsbedarf für die Zukunft
Um den Luftfrachtstandort Deutschland zu stärken, sind klare Massnahmen erforderlich. Dazu zählen die Senkung von Standortkosten, der Abbau bürokratischer Hürden und die Schaffung verbindlicher Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene. Die Verbände schlagen vor, steuerliche Entlastungen für die Branche zu prüfen sowie Zoll- und Sicherheitsprozesse zu vereinfachen.
Das nächste Branchengespräch in Berlin wird als Plattform dienen, um gemeinsam mit Vertretern aus Regierung, Industrie und Logistik mögliche Lösungsansätze zu erörtern. Ziel ist es, den Standort durch konkrete Maßnahmen wieder attraktiver zu machen und den Abwärtstrend bei Transportvolumen und Wertschöpfung zu stoppen.




