
Aerowest übernimmt Businesswings
28.01.2026 um 10:22 UhrDie Situation im deutschen Strassengüterverkehr ist angespannt. Laut einer aktuellen Verbändeinitiative fehlen in Deutschland bereits mehr als 70.000 Berufskraftfahrer. Diese Zahl hat sich seit der Veröffentlichung eines „Fünf-Punkte-Plans gegen Logistikengpässe und Fahrermangel“ Ende 2018 erheblich erhöht, als noch von etwa 40.000 fehlenden Fahrern ausgegangen wurde. Die demografische Entwicklung trägt zur Verschärfung des Problems bei: Ein Drittel der Berufskraftfahrer ist älter als 55 Jahre, und jährlich gehen etwa 30.000 bis 35.000 Fahrer in Rente, während nur 15.000 bis 20.000 neue Fahrer in den Beruf einsteigen.
Über 70 Prozent der deutschen Güterverkehrsleistung wird gemäss den beteiligten Verbänden durch Lkw erbracht. Engpässe in diesem Bereich könnten daher weitreichende Folgen für die gesamte Volkswirtschaft haben. Eine Verlagerung des Transports auf die Schiene sei in vielen Fällen nicht möglich, da die Gegebenheiten vor Ort, wie kurze Transportstrecken und unzureichende Bahninfrastruktur, oft gegen einen Schienentransport sprechen.
Handlungsbedarf zur Sicherung des Fahrerarbeitsmarktes
Um dem Fahrermangel zu begegnen, fordert die Verbändeinitiative ein politisch abgestimmtes Vorgehen. Ein zentraler Vorschlag ist die Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe, die unter Einbeziehung der relevanten Ressorts eine Strategie zum Fahrerarbeitsmarkt entwickeln soll.
Drei wesentliche Handlungsfelder werden dabei von den Verbänden hervorgehoben:
1. Attraktivität des Fahrerberufs erhöhen: Die Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer müssen verbessert werden. Mangelnde Infrastruktur, wie fehlende Lkw-Stellplätze und unzureichende Aufenthaltsqualität an Parkplätzen, erschweren den Berufsalltag. Zudem führt ein ineffizientes Baustellenmanagement an Fernstraßen zu Staus und unzuverlässigen Arbeitszeiten.
2. Modernisierung der Ausbildungs- und Qualifizierungsanforderungen: Die derzeitige Fahrerausbildung wird als nicht zeitgemäss angesehen. Eine Reform ist notwendig, um die Ausbildung praxisnäher und zielgerichteter zu gestalten. Dabei sollten auch digitale Möglichkeiten besser genutzt werden.
3. Bürokratieabbau und Erleichterung der Zuwanderung: Der hohe Grad an Regulierung im Strassengüterverkehr wird als hinderlich empfunden. Es müssen pragmatischere Regeln gefunden werden, insbesondere hinsichtlich der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Zudem sollte die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Drittstaaten in den Fahrermarkt erleichtert werden.






