
Neue Lagerhalle von Kardex in Bellheim mit WMS von LIT
29.01.2026 um 15:34 Uhr
LogiMAT 2026 im Zeichen KI-getriebener Materialflüsse
30.01.2026 um 10:10 UhrDie Logistikbranche steht im Jahr 2026 vor grundlegenden Veränderungen, die ihre Abläufe und Strukturen erheblich beeinflussen werden. Die B2B-Kommunikationsagentur additiv hat zentrale Trends identifiziert, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), digitale Regulierung, mobile Robotik sowie eine verstärkte Fokussierung auf Nachhaltigkeit.
Digitale Standards durch eFTI
Ein wesentlicher Aspekt der digitalen Transformation in der Logistik ist die Verordnung über elektronische Frachtbeförderungsinformationen (eFTI), die von der EU eingeführt wird. Diese Regelung schafft einen verbindlichen Rahmen für den digitalen Austausch von Transportinformationen. Ab August 2024 treten schrittweise zentrale Bestimmungen in Kraft, die bis Juli 2027 die Akzeptanz elektronischer Frachtinformationen durch Behörden vorschreiben. Während die Nutzung für Unternehmen freiwillig bleibt, wächst der Druck, digitale und interoperable Systeme zu implementieren, um die Effizienz von Kontrollen zu erhöhen.
Die Open Logistics Foundation (OLF) fördert als branchenübergreifende Initiative die Entwicklung eines offenen technischen Rahmens für die Logistik. Ziel ist es, Plattformen, Datenmodelle und Schnittstellen EU-weit zu vereinheitlichen. Durch den Einsatz gemeinschaftlich entwickelter Open-Source-Komponenten soll die Entwicklung kompatibler eFTI-Plattformen erleichtert werden. Projekte wie die Entwicklung eines digitalen Frachtbriefs (eCMR) verdeutlichen, wie solche Standards in der Praxis entstehen können.
© Open Logistics Foundation
Künstliche Intelligenz im operativen Alltag
Parallel zur Regulierung gewinnen KI-Technologien an Bedeutung im operativen Alltag der Logistik. Der WMS-Anbieter Logistics Reply demonstriert dies mit seiner Lösung GaliLEA Dynamic Intelligence, die es ermöglicht, KI-Agenten zu erstellen, die Prozessdaten analysieren und Entscheidungen im Lagerbetrieb unterstützen. Diese Agenten können ohne Programmieraufwand konfiguriert werden und sind in der Lage, komplexe Logiken abzubilden. Dadurch können Unternehmen Produktivitätsrückgänge frühzeitig erkennen und zeitintensive Abläufe optimieren.
Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von KI ist die Lösung PSIwms AI des WMS-Spezialisten PSI. Diese integriert digitale Zwillinge in das Warehouse Management System und ermöglicht Echtzeitanalysen sowie Simulationen. Veränderungen im physischen Lager werden sofort im digitalen Modell abgebildet, was eine kontinuierliche Aktualisierung der Informationsbasis zur Folge hat.
Fortschritte in der Robotik
Im Bereich der Robotik wird 2026 eine neue Reifephase erreicht. Automatisierte Systeme werden zunehmend durch KI-Modelle gesteuert, die in der Lage sind, Situationen selbst zu interpretieren. Das Stuttgarter Start-up Sereact zeigt dies mit seinem Vision-Language-Action-Modell Cortex, das Roboter befähigt, neue Produkte ohne Programmieraufwand zu kommissionieren. Dies reduziert den Integrationsaufwand und erhöht die Prozessstabilität.
Zusätzlich gewinnt mobile Robotik an Bedeutung, insbesondere in Fulfillment-Zonen, wo klassische Automatisierung an ihre Grenzen stößt. Der Anbieter SAFELOG entwickelt mobile Robotiksysteme, die in agentenbasierten Schwarmarchitekturen arbeiten und sich flexibel in bestehende Layouts integrieren lassen.
Nachhaltigkeit in der Logistik
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Nachhaltigkeit, die zunehmend als Leistungsfaktor für Transportketten betrachtet wird. Alternative Energieträger und E-Fuels gewinnen an strategischer Bedeutung. Das Pilotprojekt Haru Oni in Chile, das erneuerbare Energie zur Erzeugung synthetischen Kraftstoffs nutzt, zeigt, wie Industrie und Logistik enger zusammenarbeiten können. BOGE liefert dabei zentrale Technologien zur Speicherung und Verdichtung von CO₂, was die Entwicklung klimafreundlicher Transportketten unterstützt.
Flexible Steuerung in heterogenen Flotten
Die Art und Weise, wie innerbetriebliche Transporte gesteuert werden, verändert sich ebenfalls. Die zunehmende Heterogenität aus autonomen Robotern und manuellen Fahrzeugen erfordert flexible Softwarearchitekturen. SYNAOS bietet mit seiner Intralogistics Platform eine Lösung, die manuelle und autonome Transportmittel in einem System vereint. Aufträge werden in Echtzeit nach Fähigkeiten und Verfügbarkeit verteilt, was eine dynamische Anpassung an veränderte Bedingungen ermöglicht.
Fazit: Ein Jahr der Systementscheidungen
Insgesamt wird 2026 ein Jahr sein, in dem verschiedene Entwicklungen in der Logistik zusammenwirken. Die Einführung digitaler Standards, der Einsatz von KI, Fortschritte in der Robotik sowie die Fokussierung auf Nachhaltigkeit werden die Branche nachhaltig prägen. Unternehmen, die diese Elemente frühzeitig verknüpfen, können Strukturen schaffen, die sowohl Effizienz als auch Resilienz und Nachhaltigkeit fördern.





